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Kakao und Circle unterzeichnen MOU zur Erforschung von Won-Stablecoin-Zahlungsinfrastruktur

2026-07-24

Die Kakao Group und der Stablecoin-Emittent Circle haben ein Memorandum of Understanding (MOU) unterzeichnet, um gemeinsam Zahlungen, grenzüberschreitende Überweisungen, Händlerabwicklung und tokenisierte Finanzdienstleistungen auf Basis eines Won-Stablecoins zu erforschen. Die Nachricht wurde am 23. Juli von Cointelegraph berichtet. Damit geht einer der größten Internetkonzerne Südkoreas – zu dessen Ökosystem der landesweite Messenger KakaoTalk, der Zahlungsdienst KakaoPay sowie die mit ihm verbundene Krypto-Börse Upbit gehören – erstmals öffentlich eine systematische Zusammenarbeit mit dem zweitgrößten globalen Stablecoin-Emittenten zur Infrastruktur eines Stablecoins in Landeswährung ein. Das MOU-Stadium bedeutet, dass es sich weiterhin um eine Absichtserklärung handelt – es gibt noch kein Produkt, keinen Ausgabezeitplan und keine regulatorische Genehmigung.

Redaktionelle Einordnung: Was bedeutet das konkret für koreanische USDT-Kartennutzer?

Vorweg das Fazit: Wenn du derzeit USDT für Ein- und Auszahlungen in Südkorea sowie für Abos ausländischer Dienste nutzt, ändert diese Nachricht in den kommenden 90 Tagen nichts an deinem Vorgehen. Es handelt sich um ein mittelfristiges Signal, kein unmittelbares Ereignis.

Die eigentliche Wirkungskette sieht so aus: Koreanische Nutzer setzen derzeit USDT-Karten im Wesentlichen ein, um die Reibung zwischen Won- und Dollar-Zahlungsschienen zu umgehen – On-Chain-₮ wird direkt in eine nutzbare Visa/Mastercard-Karte umgewandelt. Sollte Kakao × Circle tatsächlich einen regulierten Won-Stablecoin realisieren, würde das langfristig einen Teil dieser “Umweg”-Nachfrage verdrängen: Ein Stablecoin in Landeswährung könnte direkt innerhalb des KakaoPay-Ökosystems abgerechnet werden, ohne den Umweg über Dollar-Assets.

Für Nutzer, die auf US-amerikanische bzw. ausländische Abos angewiesen sind, hat das jedoch praktisch keine Auswirkung. Abos wie ChatGPT Plus, Claude Pro oder Cursor werden weiterhin in Dollar abgerechnet – ein Won-Stablecoin löst nicht das Kernproblem, “eine Karte zu brauchen, die Dollar-Abos bezahlen kann”. Diese Nutzergruppe wird weiterhin auf USDT-Karten setzen, etwa auf die im Bybit-Card-Test oder OKX-Card-Test beschriebenen Optionen, die unter asiatisch-pazifischen Nutzern relativ verbreitet sind. Wer gezielt eine Karte für den koreanischen Einsatzbereich sucht, findet Orientierung in unserer Bestenliste der U-Karten für Korea.

Erwartetes Zeitfenster:

Historischer Vergleich: Worin unterscheidet sich diese Kooperation von früheren Circle-Partnerschaften?

Circle treibt seit einigen Jahren Stablecoins in Landeswährung im asiatisch-pazifischen Raum voran – dies ist nicht das erste Mal. Zuvor hat das Unternehmen in mehreren Märkten die Einführung von EURC (Euro-Stablecoin) vorangetrieben und war an Stablecoin-Diskussionen im Rahmen der Reform des japanischen Zahlungsdienstegesetzes beteiligt. Im Vergleich zu diesen Fällen gibt es bei der Kakao-Kooperation zwei Unterschiede:

Ein bemerkenswertes Gegenbeispiel ist der kurzzeitige Verlust der Dollarbindung von USDC im März 2023 – damals hatte Circle Reserven in Höhe von 3,3 Milliarden US-Dollar bei der Silicon Valley Bank gebunden, USDC fiel zeitweise auf rund 0,87 US-Dollar. Das erinnert daran: Die “Stabilität” eines Stablecoins hängt von der Qualität der Reserven und der Regulierung ab – auch bei Stablecoins in Landeswährung ist das nicht anders. Sollte das Kakao-Projekt realisiert werden, hängt seine Glaubwürdigkeit maßgeblich davon ab, welche Anforderungen die koreanische Finanzaufsicht an die Verwahrung der Reserven stellt.

Regulierung und Compliance: Stablecoins bleiben in Südkorea eine Grauzone

Wichtiger Hintergrund: Der regulatorische Rahmen für Stablecoins in Südkorea ist noch nicht endgültig festgelegt. Das “Gesetz zum Schutz von Nutzern virtueller Vermögenswerte” ist 2024 in Kraft getreten, betrifft jedoch vor allem den Nutzerschutz auf Ebene der Börsen – die Regeln für die Ausgabe von Stablecoins in Landeswährung befinden sich noch in der gesetzgeberischen Diskussion. Das MOU zwischen Kakao und Circle bewegt sich genau in dieser Grauzone – derzeit weder eindeutig erlaubt noch eindeutig verboten, alles hängt von der weiteren Gesetzgebung und möglichen Regulatory-Sandbox-Regelungen ab.

Aus diesem Grund führen wir vorerst keine eigene Compliance-Seite für Südkorea. Wer die bereits etablierte Regulierungslogik für Stablecoins in Nachbarjurisdiktionen verstehen möchte, findet Orientierung in unserem Compliance-Leitfaden für Japan und unserem Compliance-Leitfaden für Singapur – beide Länder verfügen bereits über relativ klare Regeln zur Emission und Reservenhaltung von Stablecoins und dienen als Referenzrahmen für die künftige Entwicklung in Südkorea. Was die Nutzung von USDT-Karten selbst betrifft: Solange die Mittelherkunft legal ist und ordnungsgemäß deklariert wird, gilt dies in den meisten asiatisch-pazifischen Jurisdiktionen weiterhin als Grauzone, nicht als Verbot.

Wichtige Meilensteine, die es zu beobachten gilt

  1. Offizielle technische Offenlegung durch Circle / Kakao: Ob nach dem MOU eine konkrete Architektur (Ausgabe-Chain, Reservebank, Abwicklungsmechanismus) benannt wird.
  2. Fortschritt der Stablecoin-Gesetzgebung in Südkorea: Sollten die Regeln zur Ausgabe von Stablecoins in Landeswährung in der zweiten Jahreshälfte 2026 vorangetrieben werden, entscheidet dies unmittelbar über die Realisierbarkeit des Projekts.
  3. Ob KakaoPay einen Pilotbetrieb startet: Dies wäre das stärkste Signal für den Übergang von “Absicht” zu “Produkt”.
  4. Circles globale Strategieentwicklung: Das Tempo bei Stablecoins in Landeswährung im asiatisch-pazifischen Raum (insbesondere Japan und Südkorea) lässt sich über die Ankündigungsseite der Circle-Website verfolgen.

Redaktionelle Empfehlung

Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald Circle oder Kakao substanzielle Fortschritte bekannt geben.